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In der Gutmenschen-Falle

Kantonsräte

Pierre Summ, links, gibt sich alle Mühe, kein Gutmensch zu sein. Rechts: Ausschnitt Mittelland Zeitung zur Beratung des Wegweisungsartikels im Solothurner Kantonsrat. Als Kontrastprogramm können Sie sich den netten Herrn rechts aussen in seiner Punk-Phase ansehen, auch auf diesem Bild rechts aussen.

Lachfältchen um die Augen, ein gemütlicher Schnauz, von Beruf Arzt – kein Zweifel: Der Solothurner Arzt Pierre Summ (Bild links) würde rein optisch glatt als Prototyp des Netten und Linken durchgehen. Aber die 'Gutmenschenkeule' hat bei dem Sozialdemokraten offenbar die Wirkung nicht verfehlt. Summ gibt sich alle Mühe, nicht als sozialromantisches Weichei dazustehen. Er fordert fordert Gesetze „mit Biss“ (Zitat Mittelland Zeitung). Gegen Abzocker oder Wirtschaftskriminelle? Nein, gegen viel schlimmere Feinde der Menschheit, gegen Penner, Alkis und was immer an sogenannten Randgruppen unsere Städte und Dörfer heimsucht. Während die Solothurner Regierung zur Besonnenheit mahnte und auf rechtsstaatliche Prinzipien verwies, hat die von Summ präsidierte Justizkommission des Solothurner Kantonsrates die Gesetzesschraube im Entwurf zum sogenannten Wegweisungsartikel kräftig angezogen: „Wir haben haben den Artikel beinahe vollständig umgeschrieben, griffiger formuliert“, gab Summ der Mittelland Zeitung stolz zu Protokoll. Nach seinen Vorstellungen braucht es nicht erst eine Ansammlung von Störefriede auf öffentlichen Plätzen, schon ein ein einzelner genügt. Der neue Solothurner Wegweisungsartikel soll der Polizei das Recht einräumen, jedes und alles, was als störend empfunden wird, wegzuweisen. Ob rostiges Velo vor dem Juweliergeschäft oder herumstreunender Obdachloser – einfach weg damit! Wohin? Das Velo auf den Schrottplatz, dessen Besitzer an den Pranger und der Obdachlose... na ja, das sind nun Spitzfindigkeiten. Drollige Fussnote bei der Beratung des Gesetzes im Solothurner Kantonsrat: Zu den Politikern, die nach schärferen Gesetzen für Randgruppen riefen, gehört auch das Mitglied der CVP/EVP-Fraktion Thomas A. Müller. Heute als Anwalt tätig, gab Müller sich in seiner Jugendzeit alle Mühe, die gutbürgerliche Umgebung in seinem Heimatstädtchen Olten zu schocken und stören. Miscast hiess seine Punk-Band. Nein, nicht bloss Punk, Hardcore Punk, real bad guys, wie ein Mitmusiker auf seiner Website schreibt. Einer der Songs von Miscast hiess 117. Sie wissen, die Rufnummer der Polizei, die Sie dank Müller und Co jederzeit griffbereit halten dürfen, sollte Sie auf unseren sauberen Strassen irgendwas stören.

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